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Geschichte des Moments
Verhängnisvolle Weihnachtstradition von Sayuchan
(ab 6)

Als Spion hat man es nicht immer einfach. Erst recht nicht, wenn es mit dem Realitätsbezug des dunklen Lords nicht mehr weit her ist...

Zitat des Tages

»Ja, stimmt doch!«, sagte sie. »Und keinen von uns willst du ansehen!«
»Ihr seid es doch, die mich nicht ansehen wollen!«, sagte Harry zornig.
»Vielleicht guckt ihr alle abwechselnd und verpasst euch dabei jedes Mal«, warf Hermine ein und ihre Mundwinkel zuckten.

Harry Potter und der Orden des Phönix, Kap.23

Trimagisches Turnier 2016 ( von )

3. Kapitel: 3) Die Siegesfeier

Betaleser: Kobold
Anmerkungen des Autors:

Letzter Absatz von Kapitel 2:

Ehe das wundervolle Stück noch vollkommen verklungen war, schrie Lavender aufgebracht: „Da, sehen Sie, da auf dem rechten Pedal, da liegt ein Kristall! Das muss einer der drei magischen Kristalle sein. Wir müssen uns beeilen - vielleicht schaffen wir es ja als Erste.“ Bevor sie sich versah - hatte ihr Professor sie am Handgelenk gepackt und schnappte sich ihr Fundstück. Automatisch aktivierte sich so der Portschlüssel in Form des an ihrem rechten Mittelfinger steckenden Ringes und sie materialisierten sich im Atrium des Ministeriums. Augenblicklich erschienen in den Händen eines Burschen ganz plötzlich mehrere Exemplare einer druckfrischen Zeitung und er begann sogleich aufgeregt mit einem Tagesprophet in seiner ausgestreckten rechten Hand zu wacheln, während er sich die restlichen unter den linken Arm geklemmt hatte. Zusätzlich rief er mit geübter Stimme: „EXTRAAUSGABE! EXTRAAUSGABE! Lesen Sie exklusiv über den Verlauf des Trimagischen Turniers! Die Schlagzeile der Stunde ist: >Endlich hatten sie die drei magischen Kristalle gefunden.< “

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Trimagisches Turnier 2016

Teil 3 - Die Siegesfeier

Oh“, ging es dem aufgeregten Mädchen enttäuscht durch den Kopf, als sie das hörte. Wenn bei ihrer Ankunft dieser Titel ausgerufen wurde, dann hieß es, sie waren die Letzten - und dabei hatte sie so gehofft zu gewinnen … vor allem um Ron zu zeigen, dass sie nicht nur eine hübsche Hülle war, sondern dass mehr in ihr steckte. Und jetzt das - sie waren die Letzten. Das war sicher ihre Schuld, weil sie immer so schwer von Begriff war. Ihr Lehrer hätte das alleine sicher viel besser und schneller hinbekommen … obwohl hin und wieder kam auch eine der zündenden Ideen von ihr …

„Autsch!“, rief der junge Zeitungsverkäufer erbost und rieb sich die Stelle am Hinterkopf, wo er eine Kopfnuss kassiert hatte.

„Du dummer Junge“, schimpfte der Minister für Zauberei, der besagtem Jüngling den Klaps auf sein Haupt gegeben hatte. „Das ist die falsche Ausgabe! Die sollte erst kommen, wenn alle drei Kristalle gefunden wurden. Noch ist dies jedoch nicht geschehen. Es ist ja erst einer gefunden worden. Also sollte der Titel der Extraausgabe lauten: Endlich wurde der erste der drei Kristalle gefunden!“

Bevor der leicht eingeschnappte Junge jedoch unter den amüsierten Blicken der Herumstehenden einen Zauber anwenden konnte, um seinen Fehler zu korrigieren, tauchten so gut wie zeitgleich die noch fehlenden Teilnehmer am Trimagischen Turnier mitten im Ministerium auf. Sodass mit einem triumphierenden Seitenblick auf den Minister die laute Stimme des Zeitungsverkäufers erneut erklang: „EXTRABLATT! Die Schlagzeile der Stunde ist: Endlich sind alle drei magischen Kristalle gefunden!

Doch das Oberhaupt der englischen Zauberergemeinschaft war viel zu froh und stolz, als dass er das mitbekommen hätte - froh darüber, dass alle Beteiligten gut wieder zurückgekommen sind und stolz, dass sein Land, wenn auch nur knapp, aber doch gewonnen hatte. Freudig versammelte er die Wettstreiter um sich und verkündete laut: „Die Sieger des Trimagischen Turniers sind die Vertreter aus Hogwarts, Lavender Brown und Severus Snape.“ Ein ohrenbetäubender Applaus inklusiver lauter Jubelschreie erfüllte die Halle und alle stimmten mit ein. Nachdem alle Würdenträger aus den Ländern der mitmachenden Zaubererschulen ihre Glückwünsche kundgetan hatten und sich auch die Teilnehmer untereinander Respekt gezollt hatten, hörte man die mit einem Sonorus verstärkte Stimme der Schulleiterin Minerva: „Um das Ereignis gebührend zu feiern, sind alle herzlich nach Hogwarts eingeladen! Die Kamine stehen offen, aber auch Portschlüssel stehen zur Verfügung oder alle die gerne einen kleinen Spaziergang über die Ländereien machen wollen, können gerne an die Grenzen apparieren und zum Schloss schlendern. Das Fest an sich beginnt um 20 Uhr.“ Erneut brach tosender Beifall aus und langsam begannen die Räumlichkeiten sich zu leeren, denn alle kamen der Einladung gerne nach.

Die Sieger waren bis jetzt noch nicht zur Ruhe gekommen. Ständig wurden sie von wem geherzt oder ihre Hände wild für ein Foto geschüttelt und sie wurden in irgendeine Richtung geschoben, um erneut in eine Kamera zu lächeln oder Glückwünsche über sich ergehen zu lassen. Doch bevor sie sich versehen konnten, standen sie plötzlich alleine in der Eingangshalle des Ministeriums, denn ganz plötzlich hatten es alle furchtbar eilig zu den Feierlichkeiten zu kommen. In gewohnter Manier hob Snape seine linke Augenbraue und blickte auf seine Mitstreiterin.

„Das haben Sie gut gemacht, Miss Brown.“

Augenblicklich färbten sich ihre Wangen rot und ihr Blick wanderte verlegen zu ihren Schuhspitzen. „Danke, Sir, aber den Sieg verdanken wir nur Ihnen.“

 „Das glaube ich kaum. Und da alle alles auf den Leinwänden mitverfolgen konnten, wird hoffentlich auch der jüngste, männliche Weasley Ihnen wieder mehr Aufmerksamkeit schenken.“

„Haaach“, seufzte das Mädchen jedoch schwer. „Gegen die Granger komme ich ja doch nicht an.“

„Reden Sie doch keinen Unsinn“, korrigierte sie ihr Lehrer, während er langsam in Richtung des Ausgangs ging, dicht gefolgt von seiner Schülerin. „Sie sollten sich nicht mit anderen vergleichen. Jeder ist anders, aber worauf es ankommt ist, wer zusammenpasst und wer nicht.“

„Und Sie meinen Won-Won und ich passen zusammen, Sir?“

„Ja …“, meinte er mit etwas zusammengekniffenem Gesicht. „Aber ich bitte Sie, nennen Sie ihn Ronald oder meinetwegen Ron, aber doch nicht so … lächerlich … so etwas kann einem Mann gar nicht gefallen.“

„Meinen Sie?“, wollte sie wissen und hatte einen nachdenklichen Blick, als sie den angebotenen Arm ihres Lehrers annahm, um mit ihm Seit-an-Seit zu apparieren. Während ihres Spaziergangs zur Schule sprachen sie weiter.

„Wie sollte ich mich denn verhalten?“

„Sie sollen schon Sie selbst sein, Miss Brown“, erklärte er ihr. „Aber Sie sollten einen Partner nicht so auf einen Podest stellen, wie Sie es mit Mister Weasley getan haben. Und ihn auch nicht so anhimmeln, dass sie sich selbst unter einen Scheffel stellen. Ein intelligenter Mann will mit Anerkennung und Respekt behandelt werden und sollte dasselbe auch für seine Partnerin empfinden. Männer mit übergroßen, goldenen, kitschigen Ketten, auf denen irgendeine Liebesbezeichnung steht, werden von anderen nicht respektiert, sondern ausgelacht.“

Lavender kaute auf ihrer Unterlippe herum und schien ernsthaft darüber nachzudenken.

„Sie sind nicht dumm, reduzieren Sie sich also nicht nur auf Ihr Äußeres“, lächelte er dezent.

„Aber Hermine …“, maulte das Mädchen.

„Ist die klügste Hexe ihrer Generation“, meinte er augenverdrehend. „Und Mister Weasleys beste Freundin. Ja, im Moment sind die beiden etwas verwirrt und glauben, dass sie mehr als das verbindet, aber sie werden bald sehen, dass dem nicht so ist, denn - die beiden passen einfach nicht zusammen. Und deshalb werfen Sie sich ins Zeug und beeindrucken Sie Ihren Schwarm, wenn Sie ihn wirklich wollen und falls nicht, dann legen Sie ihn endlich ad acta und wenden sich anderem zu, aber hören Sie auf sich zu bemitleiden, denn das haben Sie nicht nötig.“ Er begleitete diese Worte mit einem Seitenblick auf sie, natürlich unter hochgezogenen Augenbrauen und einem schiefen Lächeln.

Sie nahm sich seine Worte zu Herzen, bedankte sich bei ihm und meinte, bevor sie durch das Eingangsportal des Schlosses traten noch: „Sie sind echt in Ordnung, Sir.“ Zwinkerte und weg war sie - denn sie wollte ihr Glück nicht überstrapazieren und sich noch fürs Fest herrichten.

Er hoffte schnell in seine Räumlichkeiten verschwinden zu können, aber leider erwarteten ihn in der Eingangshalle schon einige seiner Kollegen und überschlugen sich mit ihren Gratulationen und Bekundungen, dass sie es ja schon vorher wussten, dass er gewinnen würde. Was ihn jedoch nur genervt die Augen verdrehen ließ. Als Hermine die Treppen runterkam, ergriff er die Chance und sagte ihr: „Wegen dem Buch, um das Sie mich gebeten haben, kommen Sie doch bitte kurz mit.“ Einem um Entschuldigung heischenden Blick zu den Lehrern werfend, verschwand er in die Kerker, gefolgt von seiner Schülerin, die nicht genau wusste, worum es ging, aber aus Gewohnheit gehorsam war.

Kaum waren sie im sicherheitsspendenden Dunkel des Ganges zu seiner Wohnung verschwunden, seufzte er erleichtert auf und sie konnte sich ein Schmunzeln nicht mehr verkneifen, denn mittlerweile hatte sie verstanden, dass sie ihm nur als Ausrede, um sich zu verdrücken, gedient hatte. „Sie können sich gerne jedes Buch - das nicht verboten ist - von mir ausleihen“, scherzte er grinsend.

Sie mochte es ihn lächeln zu sehen. Sie mochte es überhaupt ihn so entspannt zu sehen, wie es seit dem Sieg über Voldemort schon langsam normal wurde. „Oh, Sie sollten vorschichtig sein mit so einem Angebot, Sir“, lachte sie herzlich.

Galant bat er sie in sein Wohnzimmer und zeigte zu seinen Bücherregalen. Während sie sofort begann mit ihren Augen flink über die Buchrücken zu gleiten, betrat er sein Bad und gönnte sich nach all der Anstrengung eine erfrischende Dusche. Als er frischgekleidet wieder zu der Gryffindor trat, saß sie mit ein paar Büchern auf dem Schoss auf seinem Sofa und blätterte in einem. Gefangen in ihrem Drang sich Wissen anzueignen, strahlte sie eine Ruhe, aber auch Freude und Zufriedenheit aus, die ihres Gleichen suchte. Der Slytherin kannte dieses Gefühl nur zu gut und es zauberte ihm den Ansatz eines schiefen Lächelns auf die Lippen. „Lassen Sie mir aber auch noch was zum Lesen da“, meinte er schmunzelnd, als er sich neben sie aufs Sofa fallen ließ.

Erschrocken - da sie so vertieft war - blickte sie kurz auf, lachte jedoch sogleich auf. „Nun, da brauchen Sie sich bei Ihrer Privatbibliothek hier echt nicht sorgen, so viel könnte ich gar nicht auf einmal lesen, selbst wenn ich wollte.“ Ihr Lachen und ihr Strahlen wärmte sein Herz und er konnte sein eigenes Schmunzeln nicht aus dem Gesicht wischen, was sie dann einfach kommentieren musste: „Das sollten Sie öfters tun, Sir.“ Auf seine fragend erhobene Augenbraue, murmelte sie leicht verlegen: „Lächeln.“

Der Tränkemeister war froh, dass er als Spion gelernt hatte selbst seine Körperfunktionen voll unter Kontrolle zu haben, wenn er wollte, denn dadurch konnte er das Erröten seiner Wangen verhindern, obwohl er innerlich spüren konnte, wie ihm Hitze ins Gesicht steigen wollte. Um zu verhindern, dass seine Wangen sich doch noch färbten, stand er auf und meinte: „Auch, wenn ich darauf verzichten könnte, werde ich mich leider nicht vor dem Fest drücken können, daher lassen Sie uns gehen.“ Als sie schwer beladen mit ihrer Ausbeute auch aufstand und etwas hilflos auf die Bücher in ihren Händen blickte, meinte er: „Lassen Sie die auf dem Tisch liegen und Sie können sich eines danach oder morgen holen kommen. Und sobald das ausgelesen ist, das Nächste. Oder falls es in Ihrem Gemeinschaftsraum oder Schlafsaal zu laut ist, um in Ruhe zu lesen, könnten Sie das eine oder andere Buch auch gerne hier genießen.“ Auch bei diesen Worten konnte er ein Lächeln nicht aus seinem Gesicht bannen. Was tat er denn da gerade?

Sie war von seinem Ausdruck, aber auch von seinem Angebot so angetan, dass sie die Freude kaum aushielt, die Bücher ablegte und ihm einfach um den Hals fiel. Nach einem geflüsterten „Danke“ von ihr, dem man ihren eigenen Schock über ihr Handeln anhörte, zog sie sich zurück und flüchtete in Richtung Tür. Severus blieb wie gelähmt zurück. Sie hatte ihn umarmt. Sie war glücklich, weil er ihr angeboten hatte, dass sie öfters kommen würde dürfen und dieses Glück hat sie in seine Arme getrieben. Sie - seine Schülerin. Schluck!

Verwirrt folgte er ihr die Stufen rauf, konnte sie aber nicht mehr sehen. War sie weiter rauf in den Gryffindorturm gelaufen - vielleicht um sich noch mal frisch zu machen und vielleicht auch umzuziehen für das Fest? Oder weil sie bereute, was sie getan hatte und nicht mehr in seiner Nähe sein wollte? Oder war sie vielleicht schon in die große Halle geschlüpft und wartete drinnen auf ihn? Wollte er das? Er wusste es nicht. Er hatte wirklich absolut keine Ahnung, was er wollte. Aber das war jetzt in diesem Moment auch egal. Lavender Brown kam gerade mit einem schönen, hellblauen Sommerkleid die Treppen herunter und freute sich eindeutig ihn zu sehen. Es war seltsam für ihn - er hatte schon oft festgestellt, dass sich das Verhalten der Menschen seit dem Sieg über Voldemort ihm gegenüber verändert hatte, aber er hatte sich noch nicht an alles gewöhnt. Das seine Schülerinnen sich so freuten, wenn sie ihn sahen, war etwas an das er sich wohl auch nie gewöhnen würde.

„Oh, wie wunderbar, dass wir uns hier treffen, dann können wir gemeinsam reingehen“, rief die Braunhaarige ihm freudig zu und er fügte sich in sein Schicksal. Als sie gemeinsam in die Halle treten wollten, prallten sie jedoch gegen eine Mauer von Menschen, denn die große Halle war gesteckt voll mit den Gästen aus den drei Schulen und es herrschte ein frohes Treiben. Während der Meister der Tränke schon zu hoffen begann jetzt einfach verschwinden zu können und später entweder behaupten zu können, er war eh dort, aber man hätte ihn in der Masse nicht gesehen oder eben der Wahrheit entsprechend erklären konnte, dass er einfach nicht reingekommen sei, suchte Lavender verzweifelt eine Möglichkeit reinzukommen und sich durch alle durchzukämpfen. Die Weasley Zwillinge standen ganz in der Nähe und drängten sich zu den an der jetzt offenen Tür stehenden. Sie tuschelten miteinander und Severus wusste schon in dem Moment, wo er die beiden ihre Köpfe zusammenstecken gesehen hat, dass es ihm nicht gefallen würde, was da rauskam und so war es auch. Denn sie sprachen gleich auch noch mit anderen, die um sie herumstanden und scheinbar alle gleich Feuer und Flamme waren für den Vorschlag, der ihnen unterbreitet wurde und bevor die beiden Sieger sich versehen konnten, wurden sie von mehreren Händen gepackt und in die Höhe gehoben. So wie Rockstars von ihren Fans manchmal getragen werden, indem sie sich einfach auf die erhobenen Hände der Masse legten und diese sie dann immer weiterschoben, so brachten die Anwesenden in der großen Halle die Gewinner auf die Lehrertribüne. Lavender hatte nach der ersten Schrecksekunde eine Menge Spaß - bei Severus sah das anders aus.

Mit versteinertem Gesicht und nach einer Weile sogar verschränkten Armen ließ er das Unvermeidliche geschehen, aber innerlich verdammte er sich selbst, weil er sich darauf eingelassen hatte, er verfluchte Albus, weil er dafür gesorgt hatte, dass er an dem Turnier teilnehmen musste und er würde am liebsten jeden Einzelnen hier drinnen ins nächste Jahrtausend hexen. Aber bevor er hier einen Aufstand probte, beschloss er alles mit so viel Würde wie nur möglich zu ertragen und so schnell wie erlaubt wieder zu verschwinden, um dann Zeit zu haben sich eine mörderische Rache für all dies hier auszudenken.

Als die seltsame Reise endlich ein Ende fand, hielt Hagrid ihnen beiden seine großen Pratzen hin, um ihnen aufzuhelfen und mit einem Schwung, der sie fast an die hintere Wand befördert hätte, zog er sie auf ihre Beine - auf denen sie anfangs noch etwas wackelig standen. Die Minister aller teilnehmenden Länder am Trimagischen Turnier, sowie die Mitstreiter begrüßten sie euphorisch und die Gryffindor blühte auf in der ungeteilten Aufmerksamkeit. Denn da Snape sich sofort in den Schatten zurückzog, wurde sie für beide geherzt und gedrückt. Sie jedoch genoss es und als sie Ron ganz vorne bei den Zuschauern stehen sah, strahlte sie ihn an und sein glücklicher Gesichtsausdruck daraufhin zeigte ihr, dass sie noch nicht völlig verloren hatte. Granger war nicht einmal in der Nähe - ah, doch, da stand sie, nicht unweit mit Harry und Ginny. Aber sie machte gar keine Anstalten sich dem Rothaarigen irgendwie zu nähern, eher schien sie hier oben wen zu suchen, denn ihr Blick scannte die Leute auf der Bühne regelrecht ab. Letztendlich konnte ihr das egal sein, dachte sich Lavender, denn Hauptsache sie interessierte sich nicht für ihren Won-Won … ähm Ronald … sie hatte sich zu Herzen genommen, dass einem Jungen im Normalfall solche Kosenamen wohl nicht so gefielen. Vor allem aber hatte die Behauptung ihres Lehrers, dass es Sinn machte, um ihren Ron zu kämpfen, sie tief in ihrem Inneren berührt und sie hatte sich vorgenommen ihre große Liebe zurückzuerobern. Daher beugte sie sich einfach zu dem Weasley runter und umarmte ihn ganz fest. Als sie sich voneinander lösten, hoben die Leute, die neben ihm standen ihn einfach in die Höhe, damit er zu ihr konnte. Leicht verlegen standen sie dann voreinander - bis Hermine zu schreien begann: „Jetzt küss sie endlich, Ron!“

Der klügsten Hexe der Gegenwart war mittlerweile klargeworden, dass ihre Schwärmerei für einen ihrer besten Freunde nicht mehr als das war. Sie wusste, dass sie nie glücklich miteinander werden konnten, da ihre Interessen einfach zu unterschiedlich waren. Es heißt zwar „Gegensätze ziehen sich an“, aber so was funktionierte wahrscheinlich eher für eine heiße, aber kurze Affäre, aber nicht um tatsächlich ein glückliches Leben miteinander zu teilen. Jedenfalls spürte sie die Liebe zwischen ihrem Freund und dessen Ex-Freundin und deshalb ermunterte sie die beiden nun lautstark. Alle begannen zu klatschen und zu johlen und Harrys bester Freund, der einen kurzen Seitenblick auf Hermine geworfen hatte und scheinbar auch erkannte, dass sie besser nur Freunde blieben, trat auf seine Ex zu, packte sie, zog sie zu sich und drückte seine Lippen auf ihre.

Severus, der alles aus seiner versteckten Position beobachtet hatte, freute sich ungemein, dass dies jetzt geklärt war und sich da nicht noch ein Drama anbahnte. Da die Gryffindor mit der Löwenmähne ihn mittlerweile erblickt hatte, schenkte er ihr ein anerkennendes Nicken und erntete dafür ein bezauberndes Lächeln, das ihn von innen wärmte.

Professor Flitwick schwenkte seinen Zauberstab in komplizierten Bewegungen um seinen ganzen Körper und murmelte verschiedene Sprüche bis die große Halle sich auszudehnen begann und die Menschen sich ein bisschen an die Seiten zurückziehen konnten, um in der Mitte eine Tanzfläche frei zu machen. Severus fragte sich gedanklich etwas ärgerlich, warum sein Kollege dies nicht schon früher getan hatte, dann hätte er sich diesen erniedrigenden Transport von der Tür bis zur Empore erspart. Minerva komplimentierte alle von der nun entstehenden Bühne, da sich die Band Diagon Alley Boys - der aktuell letzte Schrei bei der Jugend - schon auszubreiten begann. Nach kürzester Zeit waren alle am Tanzen.

Alle? Fast alle - Severus bestellte sich gerade einen Feuerwhiskey, als Hermine sich zu ihm gesellte. „Und stehen Sie es noch eine Weile durch, Sir?“

Als Antwort kippte er sich seinen Drink mit einem Schluck hinter die Binde. Woraufhin sie wieder herzerfrischend lachen musste, was ihm schon wieder den rechten Mundwinkel leicht in die Höhe trieb.

„Warum tanzen Sie nicht, Miss Granger?“, wollte er wirklich interessiert wissen - da all ihre Freunde auf der Tanzfläche waren.

„War das eine Aufforderung, Sir?“, stellte sie eine Gegenfrage, grinste dabei aber so spitzbübisch, dass er sich schnell von seinem ersten Schreck erholte. „Die einzige Aufforderung, die ich vielleicht angenommen hätte, wäre die von Neville gewesen, denn der kann echt gut tanzen, aber der schwingt Luna glücklich über das Parkett.“ Leicht skeptisch, da er nicht glauben konnte, dass dieser Tollpatsch irgendetwas gut konnte, suchte er das Paar mit seinen nachtschwarzen Augen und tatsächlich wanderten seine Augenbrauen positiv überrascht in die Höhe. Er sah auch Lavender, die selig von ihrem Rothaarigen herumgewirbelt wurde und Ginny, die an Harrys Hals hing. „Ich mach mir auch nicht wirklich viel aus Tanzen, denn ich kann es selber nicht wirklich gut, da ich eigentlich nie dazu gekommen bin.“ Kurz gingen seine Gedanken, wie auch die ihren auf Wanderschaft, dass der Krieg sie vieles, was für junge Menschen ganz normal sein sollte, nicht in dem Ausmaß hatte genießen lassen.

„Nun, falls es Sie tröstet, ich kann es auch nicht“, gab er unumwunden ehrlich zu. „Mein soziales Umfeld zu Hause hatte damit nichts am Hut, hier an der Schule bekam ich auch nie die Gelegenheit dazu und na ja, alles was danach kam, war diesbezüglich auch nicht wirklich förderlich.“

„Vielleicht können wir gemeinsam einen Tanzkurs besuchen?“, sagte sie gedankenlos und bekam auch gleich rote Wangen, als sie sich bewusst wurde, was sie da gerade von sich gegeben hatte.

Im ersten Moment wollte er loslachen, aber als er ihre Verlegenheit wahrnahm, rührte es ihn und der Schalk saß ihm plötzlich im Genick: „Warum nicht?“

Nun machten ihre Augenbrauen seinen Konkurrenz und wanderten fast bis zu ihrem Haaransatz. Aber sie fing sich schnell wieder und sagte fest: „Gut. Unweit der Praxis meiner Eltern gibt es eine renommierte Tanzschule. Dort könnten wir uns einschreiben.“ Ohne, dass einer von beiden im Nachhinein konkret sagen konnte, wie das passiert war, hatten sie es tatsächlich fixiert. Und somit fühlte sich Severus, als er nach der Siegesfeier endlich in seinem Bett lag, irgendwie wirklich als Gewinner.

Fin

Nachwort:

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