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Geschichte des Moments
Marys Monatsdrabbles von MaryLovegood
(keine Altersempfehlung)

Jeden Monat ein Drabble aus der Zauberwelt: Die Rumtreiber finden neue Wege, sich Strafarbeiten zu holen, genauso wie Fred und George. Dumbledore und Peeves bringen Verwirrung für ein paar Hogwarts-Bewohner und Argus Filch und Sirius geben ihren Kampf gegen das Böse nicht auf.

1. James' neuer Streich

3. Argus Filch und die Bösewichte

4. Sirius 007

6. Lily ohne Aberglaube

8. Peeves. Nur Peeves.

12. Snapes ungeladene ... weiterlesen

Zitat des Tages

Beim Bankett zum Schuljahresbeginn hatte Harry den Eindruck gewonnen, dass Professor Snape ihn nicht mochte. Am Ende der ersten Zaubertrankstunde wusste er, dass er falsch gelegen hatte. Es war nicht so, dass Snape ihn nicht mochte - er hasste ihn.

Harry Potter und der Stein der Weisen, Kap.8

Eine Alterseinschränkung (ab 14) wurde für "Severus Snape - Das zweite Leben" angegeben

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Severus Snape - Das zweite Leben ( von )

22. Kapitel: 21. Maries Erinnerungen

Betaleser: Sefa
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Das Glück, das bei Maries Worten in seinen Augen aufleuchtete, jagte Minerva McGonagall, die neben Marie auf dem Sofa saß, einen Schauer über den Rücken und sie erkannte, nicht zum ersten Mal an diesem Abend, zu welch tiefen Gefühlen dieser Mann fähig war. Wie groß musste sein Hass auf Potter gewesen sein, als Lily sich in ihn verliebte.
In Maries Gesicht zu lesen, war weitaus schwieriger. Einzig ihr strahlendes Auge ließ die Liebe erahnen, die sie für Snape empfand.
Sie dachte zurück an die Zeit, als sie Snape und Jahre später Marie unterrichtete. Und erst da begriff sie, wie ähnlich sich beide waren. Beide waren schon als Schüler zutiefst unglücklich gewesen. Ihre Klugheit, ihre vermeintliche Arroganz, die Unfähigkeit, Freunde zu finden, selbst die Hänseleien, denen sie ausgesetzt waren, weil die anderen ihr Verhalten nicht begriffen, all das hatte beide gleichermaßen zu Einzelgängern gemacht und anfällig für die Verlockungen der schwarzen Magie.
Dass Dumbledore Snape als Lehrer nach Hogwarts zurückholte, war ihr immer unbegreiflich gewesen. Zu sehr widersprach dieser Beruf dessen Wesen. Die Aura der Unnahbarkeit, die Snape wie eine undurchdringliche Mauer umgab, machte es ihr unmöglich, ihn zu mögen. Die Ungerechtigkeit und Verachtung, mit der er den Großteil der Schüler behandelte, stieß sie ab. Doch Dumbledores Vertrauen in Snape hatte sie veranlasst, ihn zu akzeptieren. Allein der Gedanke, er könne dazu in der Lage sein, jemanden zu lieben, erschien ihr völlig absurd. Wie sehr selbst sie sich in einem Menschen täuschen konnte, erschütterte den Glauben an ihre Menschenkenntnis tief.
Maries Stimme riss sie aus ihren Grübeleien.
"Ich lag auf dem staubigen Boden und war unfähig mich zu bewegen. Niemals zuvor hatte ich mich so unsagbar elend gefühlt. Plötzlich ertönte Lilys traurige Stimme unter mir.
"Wie konnten wir nur so blind sein, James? Wir haben nur an unser Glück gedacht und nicht geahnt wie unglücklich Marie war."
James schnaubte, aber auch sein Zorn schien verraucht zu sein. "Warum hat sie nie was gesagt? Wir hatten nie Geheimnisse voreinander."
Eine Tür knarrte und James sagte: "Das wird Sirius sein. Komm nach unten, wenn Harry schläft, Liebes!"
Ich lugte durch eine Ritze der Dielen auf denen ich lag und beobachtete Lily, die Harry zu Bett brachte, ein Buch aufschlug, um ihm ein Märchen vorzulesen. Plötzlich ertönte James panische Stimme. "Er ist es!"
Dann ein Schrei, der abrupt endete. Lily erbleichte, packte Harry, drückte ihn an sich und sah sich verzweifelt nach einem Versteck für ihn um. Doch es war zu spät. Voldemort stand im Raum.
Eisiges Grauen erfasste mich, schon hob er den Zauberstab, richtete ihn auf Harry, doch Lily wandte sich um, so dass sie nun zwischen ihm und Harry, den sie fest an ihre Brust gepresst hatte, stand.
"Nicht Harry, bitte nicht Harry - töte mich!", flehte sie und der Fluch traf sie in den Rücken. Sie fiel zu Boden, Harrys Gesicht lugte unter ihrem Körper hervor. Wieder hob Voldemort den Zauberstab, richtete ihn auf Harrys Stirn und schrie: "Avada kedavra!"
Ich konnte erkennen, wie der Strahl Harrys Stirn berührte, doch er tötete ihn nicht, er prallte an ihm ab, wurde zurückgeschleudert, traf Voldemort in die Brust und dann explodierte des Haus. Ich wurde in die Luft geschleudert, prallte mit dem Kopf an einen Deckenbalken und verlor das Bewusstsein."
Stumm vor Entsetzen waren alle Blicke auf Marie gerichtet.
"In den Rücken!", flüsterte Severus mit tränenerstickter Stimme und unter seinen geschlossenen Lidern rannen Tränen hervor.
Auch Harry weinte, Ginny strich ihm tröstend übers Haar und drückte ihn fest an sich. Einige der anderen, die James und Lily gekannt hatten, rangen ebenfalls um Fassung. Remus wischte sich über die Augen, Prof. McGonagall schniefte verdächtig und Hagrid schnäuzte in ein riesiges geblümtes Taschentuch.
Lange Zeit fiel kein Wort, alle waren in Gedanken bei den beiden Getöteten. Harrys Stimme brachte sie in die Gegenwart zurück. "Warum hab ich sonst keine Narben? Außer der?"
Er wischte sich über die Stirn und sah Marie fragend an.
"Das kann Hagrid dir besser beantworten als ich, Harry."
Der schnäuzte noch einmal kräftig, trocknete seine Augen und sah Harry traurig an.
"Als ich mit Sirius Motorrad näher kam, konnt ich vor lauter Rauch nix erkennen. Ich landete und da erschien auch schon Dumbledore. Er schwang seinen Zauberstab, die Flammen erloschen und ein heftiger Wind vertrieb den Rauch. Wir standen vor ner Ruine, alles war rußgeschwärzt, große Teile des Hauses warn eingestürzt, doch inmitten dieser Hölle war'n einzelner Raum völlig unversehrt. Eine Holztreppe führte nach oben. Dumbledore stieg rauf und erschien gleich drauf mit dir auf'm Arm. Du wehrtest dich und hast nach deiner Mom geschrien. Dumbledore versetzte dich in tiefen Schlaf und veränderte dein Gedächtnis. Er trug mir auf, dich in den Ligusterweg zu bringen, zusammen mit nem Brief für deine Tante. Mehr weiß ich nich!"
Er schniefte erneut.
Harry blickte zu Marie. Sie hielt Snapes Hände in ihren und betrachtete besorgt und liebevoll zugleich sein Gesicht. Die Tränen waren versiegt, die Augen immer noch geschlossen als schliefe er. Marie strich ihm zärtlich über die feuchten Wangen, schmiegte sich an ihn und erzählte weiter.
"Als ich erwachte, Wochen später, denn Dumbledore hatte mich in einen heilenden Schlaf versetzt, um mit Fawkes und Hagrids Hilfe meine Wunden und Brüche zu versorgen, befand ich mich in seinen Privatgemächern in Hogwarts." Verblüffte Ausrufe ertönten.
"Ja, ich war monatelang hier. Meine Verbrennungen waren vernarbt, der Schmerz war zu ertragen. Erst nach und nach erkannte ich, wie entstellt mein Körper war,  doch es erschien mir die gerechte Strafe für die schreckliche Schuld zu sein. Ich war überzeugt davon, dass Voldemort gekommen war, weil ich Lily und Harry den Tod gewünscht hatte. Nur hatte er nicht Harry getötet, sondern James.
Dumbledore ahnte nichts von meinen dunklen Gedanken. Er versuchte, in meinen Geist einzudringen, um herauszufinden, was geschehen war, doch etwas in mir war stark genug, ihn abzuwehren. Er glaubte, es sei Voldemorts Seele, die sich in meinem Gehirn eingenistet hatte, aber er täuschte sich. Es war mein eigener Wille, der verhindert hat, dass er meine Erinnerungen zu Gesicht bekam. Zu schrecklich waren sie. Mein Leben war eine Qual. Wann immer ich die Augen schloss, sah ich Lily sterben.
Dumbledore war mit seiner Weisheit am Ende. Es schien, als gäbe es nichts, was mich aus meiner Erstarrung reißen könne. Dann kam ihm eine Idee. Er brachte mich zu Hagrid. Sie kamen überein, mich als seine Schwester auszugeben, die von einem Drachen schwer verletzt worden war. Niemand zweifelte daran.
Marie Potter war in jener Nacht gestorben.
Von da an kam Madam Pomfrey, um meine Wunden zu versorgen, aber nichts konnte die Narben heilen, weder die sichtbaren noch die unsichtbaren. Ich sprach nicht, ließ alles mit mir geschehen, völlig unbeteiligt, bis mich eines Nachts ein klägliches Wimmern aus meinen Alpträumen riss. Das verzweifelte Weinen drang mir durch Mark und Bein, doch Hagrid schien es nicht zu hören. Ich weckte ihn und forderte ihn auf, dem Wesen zu helfen. Er starrte mich fassungslos an. Ich hatte geredet, aber er verstand den Sinn meiner Worte nicht. Ich deutete zum Fenster. Er begriff nicht. Da rannte ich selbst hinaus, um nach dem verletzten Tier zu sehen.
Ich fand es in Hagrids Kürbisbeet. Es war ein Wesen, wie ich es nie zuvor gesehen hatte. Ich kniete nieder und es kroch auf meinen Schoß. Der brennende Wunsch es zu beschützen erwachte in mir. Ich schloss es in die Arme und wiegte es wie ein Baby. Zu meiner Überraschung verstummte das Weinen und ein saugendes Geräusch erklang. Ich begriff nicht, was geschah, doch ich fühlte, wie die Wunden meiner Seele zu heilen begannen. Friedlich schnurrend wie ein Kätzchen lag der kleine Thestral an meiner Brust. Zum ersten Mal seit jener grauenvollen Nacht begann ich zu weinen, bis ich vor Erschöpfung einschlief, den Kleinen immer noch an mich gepresst. So fanden Hagrid und Dumbledore mich."
Das Lächeln, das sie Hagrid zuwarf, war voller Dankbarkeit. Er zwinkerte ihr verlegen zu.
"Wir waren unzertrennlich, er wurde der beste Freund, den ich je hatte, bis heute - ihr alle habt ihn gesehen. Er ernährte sich von meinem Kummer, bis er vollständig verschwunden war, nur die Erinnerung daran blieb. Er selbst gedieh prächtig dabei, innerhalb weniger Wochen war er groß wie ein Hund. Wir streiften durch den Verbotenen Wald und ich lernte all seine Geschöpfe kennen und lieben. Ich war glücklich wie nie zuvor.
Doch eines Tages geschah etwas", bei diesen Worten drückte sie verstohlen Severus Hand, "das mich erkennen ließ, welche Gefahr von der unbeherrschten Macht meiner Gedanken ausging und ich bat Dumbledore um Hilfe. Er wies mich in die Kunst der Legilimentik und Okklumentik ein, aber bald schon war ich ihm weit überlegen. Ich konnte ohne Schwierigkeiten in seine Gedanken eindringen. In seinen Erinnerungen las ich wie in einem Buch. Er war zutiefst beunruhigt. Ich wusste mittlerweile, dass ein kleines Stück von Voldemorts Seele in meinem Geist Zuflucht gesucht hatte. Ich spürte nichts davon, aber Dumbledore befürchtete, Voldemort sei auf der Suche danach, um wieder zu Kräften zu kommen.
Als ich sechzehn war, schickte er mich zu Prof.  Abramson nach Siebenbürgen, dem besten Lehrer für Okklumentik, den es in der Zaubererwelt gibt. Quasimodo begleitete mich, so fiel mir der Abschied vom Verbotenen Wald nicht ganz so schwer. Bei unserer Ankunft erwartete mich eine Überraschung. Prof. Abramson war ein Zentaur. Ein Abtrünniger, der getrennt von seiner Herde allein in den rumänischen Bergen in einer mit starken Schutzzaubern belegten Höhle hauste. Fernab von jeglicher menschlichen Behausung. Ich war begeistert. Nichts hätte mich mehr geängstigt, als unter Menschen leben zu müssen, die bei meinem Anblick erschraken und hinter meinem Rücken neugierig tuschelten.
Ich war ebenso ein Einzelgänger wie er und wir verstanden uns prächtig. Bald schon wurde es Quasimodo zu langweilig und er machte sich auf die Suche nach seiner Familie. Das Band zwischen uns war mächtig. Ich wusste, sollte mir etwas geschehen, er würde es spüren, ebenso würde ich es fühlen, wenn ihm Gefahr drohte. Ein paar seiner Schuppen ermöglichten es mir, an seine Seite zu apparieren. Aber nichts deutete auf ein Unheil hin.
Prof. Abramson war ein begnadeter Lehrer. Nicht nur in der Kunst des Gedankenlesens unterrichtete er mich, er lehrte mich alles über die Macht der Sterne und die Heilkraft der Natur. Ihm verdanke ich die Erkenntnis, dass das Leben ein wunderbares Geschenk ist und das alle Geschöpfe, auch die unbedeutendsten unsere Achtung verdienen. Er brachte mir die Sitten und Gebräuche fremder Völker, wie Trolle, Riesen, Zwerge und Kobolde näher und half mir, meine Scheu vor den Menschen zu überwinden.
Denn er verdiente seinen Lebensunterhalt als Heiler. Durch seine Begabung, ins Unterbewusstsein der Erkrankten, egal ob Tier, Mensch oder Halbwesen, einzudringen, war es ihm möglich, die Ursachen und somit die Auslöser der Beschwerden zu entdecken und das Übel samt der Wurzel auszumerzen. Anfangs war ich nur stille Beobachterin, wenn ein Patient den Weg in seine Höhle fand, was nur denen möglich war, deren Geist frei von Arglist war. Bald jedoch begleitete ich ihn auf seinen Reisen, die ihn regelmäßig in die entlegensten Dörfer führten, wo er stets herzlich begrüßt wurde.
Ich erkannte, dass mein Anblick vielen Leidenden half, ihre eigenen Qualen mit mehr Stärke zu ertragen. Denn nicht einmal Abramson konnte etwas gegen die Narben ausrichten. Es gab Substanzen, die meine Haut kurzzeitig geschmeidiger werden ließen, doch die Wirkung verflog stets rasch."
Sie warf Severus einen fragenden Blick zu, der reckte die Schultern und lächelte beruhigend. "Bei mir wirkts noch!", flüsterte er ihr ins Ohr.
"Er lehrte mich einfache Heilzauber, die, verbunden mit den Heilkräften verschiedener Pflanzen, wahre Wunder wirkten. Vor allem die Kinder ließen sich gerne von mir behandeln, denn ich erzählte ihnen die Märchen, die ich aus Lilys Büchern kannte. Sie nahmen mein Aussehen als gegeben hin, ohne sich großartig daran zu stören. Mit der Zeit gewann ich auch das Vertrauen der Eltern und es sprach sich herum, dass meine Fähigkeiten denen des Professors ebenbürtig waren.
Zu meinem eigenen Erstaunen machte es mir große Freude, auf Abramsons Rücken von Dorf zu Dorf zu reiten und unter Menschen zu sein. Das Unbehagen, das sie beim Anblick meines Gesichts empfanden, verwandelte sich zumeist rasch in Erstaunen, als sie bemerkten, wie zufrieden ja glücklich ich mit meinem jetzt völlig ausgefüllten Leben war. Nur selten dachte ich an die Vergangenheit. Abramson hatte mich gelehrt, schmerzliche Erinnerungen in einem verborgenen Teil meines Gehirns zu verschließen, ebenso wie Voldemorts Seele.
Anfangs hatte er versucht, sie von meinem Geist zu lösen und aus meinem Kopf zu vertreiben. Doch diese Versuche verursachten krampfartige Schmerzen in all meinen Muskeln, fast als wäre ich vom Cruciatusfluch getroffen. Es schien, als wäre mein Geist untrennbar mit Voldemort verbunden. Es gab nur die Möglichkeit, ihn in meinen Erinnerungen einzusperren und diese mit den stärksten Schutzzaubern, die die Okklumentik kennt, vor einem Zugriff von außen zu sichern. Aber niemand versuchte in meine Gedanken einzudringen.
Lange Zeit schien es, als wären Dumbledores Befürchtungen, Voldemort könne zurückkehren, nur Hirngespinste. Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, an dem Peter Pettigrew seinem Herrn zu einem neuen Körper verhalf.
Der Triumph, den Voldemort in diesem Augenblick empfand, brachte seine Seele dazu, gegen ihr Gefängnis zu rebellieren. Sie versuchte, von meinem Geist Besitz zu ergreifen. Der Angriff traf mich völlig unvorbereitet und es erforderte all meine Kraft ihn abzuwehren. Ich schaffte es, doch dieser Abend ließ mich erkennen, dass ich mir von nun an keinen Augenblick der Schwäche mehr würde erlauben dürfen. Ich befolgte Abramsons Rat, die Reihenfolge der Schutzzauber täglich zu wechseln, wie die Kombination eines Tresors.
Das Stückchen Seele an sich war hilflos, nur in Verbindung mit Voldemorts Gefühlen drohte eine Gefahr. Jetzt, da er wieder lebte, schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis er entdeckte, dass ein Stück seiner Seele fehlte. Doch dann stieß Dumbledore auf den Zauber, der Voldemort vor der endgültigen Vernichtung geschützt hatte, den Horkrux und ihm wurde klar, dass es Riddle bereits als Schüler gelungen war, einen Teil seiner Seele in seinem Tagebuch zu verschließen."
Ginny erschauderte bei der Erinnerung an ihr Erlebnis im ersten Schuljahr.
"Dieses Wissen veränderte alles. Voldemort hatte seine Seele in voller Absicht aufgespalten, die Frage war nur, wie oft. Um das herauszufinden, rief Dumbledore mich nach Hogwarts zurück. Mit Severus Hilfe durchsuchte ich die Gedanken und Erinnerungen aller Todesser, von denen es ihm gelang, ein Haar zu beschaffen."
"Ein Haar?" Tonks starrte sie ehrfürchtig an. "Du brauchst nur ein Haar, um die Gedanken eines Menschen lesen zu können?"
Marie nickte. "Legellimenz ohne Augenkontakt oder Berührung erfordert starke Magie, vollkommene Konzentration und Hilfe bei der Rückkehr in den eigenen Geist. Und vor allem bedingungsloses Vertrauen, zu demjenigen, der den leeren Körper bewacht, denn nie ist man verletzlicher, als in dem Augenblick, in dem der Geist den Körper verlässt oder wieder eintritt. Es ist eine Art Apparieren des Geistes in ein fremdes Gehirn und wieder zurück.
Damit allein war es aber nicht getan. Erinnerungen zu durchsuchen nach etwas, wovon man nicht einmal weiß, wie es aussieht oder was es ist, ist ungemein zeitaufwendig. Ich kann nicht sagen, wie unendlich viele Abende wir in dem kleinen Turmzimmer mit der Suche nach den Horkruxen verbrachten. Wann immer ich auf etwas stieß, dass mir verdächtig erschien, speicherte ich diese Erinnerung in meinem Geist, als wäre es eine eigene. So gelang es mir, sie mitzunehmen und in Dumbledores Denkarium zusammen mit ihm und Severus erneut zu betrachten."
"Unglaublich!" Minerva McGonagall schüttelte fassungslos den Kopf. "Und keiner ahnte etwas davon!"
Marie nahm einen kräftigen Schluck Butterbier, wischte sich den Schaum von den Lippen, wandte ihr Gesicht Severus zu und grinste.
"Heimlichkeiten liegen uns, nicht wahr?" Sie reckte sich zu ihm empor und küsste ihn.
"Von wegen heimlich!", murmelte er errötend.
Marie lachte laut auf, bevor sie weitersprach. "Nun, in einer dieser gestohlenen Erinnerungen stieß Dumbledore auf einen Hinweis über den Verbleib von Tom Riddles Ring, den er in Hogwarts stets am Finger trug. Er beschloss, allein danach zu suchen, während wir uns weiter der Durchforstung der Erinnerungen widmeten. Was dann geschah, wisst ihr, denn ihr alle habt meine Worte in der Halle gehört."
Ihr Blick fiel auf Remus und sie stutzte. "Außer den dreien, die im Kampf ihr Leben verloren!"
Remus, Tonks und Fred sahen sie an.
"Darf ich euch etwas fragen? Habt ihr irgendwelche Erinnerungen an diese Zeit?" Maries Stimme klang gespannt, aber alle drei schüttelten den Kopf.
Sie seufzte enttäuscht. "Ich auch nicht. Die letzten drei Tage scheinen nicht existiert zu haben und doch bin ich mir sicher, dass etwas wirklich Wichtiges geschehen ist. Ich kann mich nicht erinnern."
Sie drückte beide Hände an die Schläfen und schüttelte traurig den Kopf. "Da ist nur Nebel!"
Sie stand auf und lächelte. "Was soll's! Ich brauch etwas frische Luft, kommst du mit?"
Sie blickte Severus fragend an und noch während sie sprach, sackten ihre Beine unter ihrem Gewicht ein, sie fiel zu Boden und blieb regungslos liegen.

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Sonorus
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