Their Room by IndigoNightOwl [Reviews - 29] Drucker Kapitel oder Story
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Inhaltsangabe: Übersetzung: Hermine und Draco müssen gemeinsam an einem Arithmantikprojekt arbeiten. Dabei lernen sie nicht nur einiges übereinander, sondern auch über die Geschichte der Zauberer und der Dunklen Künste, das ihre Sicht der Dinge ändert.
Warnung: Kein
Genre: Liebe / Romantik, Mystery
Charaktere: Hermine Granger/Draco Malfoy
Betaleser: Minerva
Anmerkung des Autors:
Kapitel 2
Die Bibliothek




Draco schloß leise die Tür zum Jungenschlafsaal hinter sich. Er hätte sie lieber zugeknallt, aber all seine Jahre in Malfoy Manor hatten ihn gelehrt, kühl zu handeln und starke Gefühle zu verstecken. Sein Vater hatte ihm immer gesagt, Gefühle zu zeigen gebe anderen nur die Möglichkeit einen zu kontrollieren. Draco runzelte die Stirn, als er an Lucius dachte. So ungern er auch an seinen Vater dachte, in diesem Moment war es immer noch besser als die Alternative.

„Dieses verdammte Schlammblut", knurrte er. Da der Raum leer war, verhallte die Bemerkung ungehört.

Er ging zu seinem Himmelbett in der Ecke des Raums, dessen Decke sehr niedrig war, zog die dunkelgrünen Vorhänge zurück und legte sich auf sein Bett. Er verschränkte die Arme vor der Brust, schloß die Augen und ließ seinen Körper friedlich in den meditativen Zustand hinübergleiten, den Lucius ihm schon in frühester Kindheit eingeschliffen hatte. Lucius zufolge mußte man in sich ruhen, um machtvoll zu sein.

Draco vertiefte sich weiter in Gedanken über seine Eltern. Er hatte einige Wochen lang nichts von ihnen gehört, was ihm sehr recht war. Sein Vater war mit Geschäftsfreunden beschäftigt gewesen, wenn Draco auch stark bezweifelte, daß irgendein Geschäft, das sein Vater mit diesem Haufen abwickelte, legal war. Draco lachte verächtlich auf, als er an Lucius und seine Freunde dachte, diese Todesser. Als Kind hatte er seinen Vater verehrt, aber bei der Rückkehr Voldemorts hatte er gesehen, wie schwach sein Vater war. Draco interessierte sich nicht im geringsten für die Misere der Schlammblüter oder dieser dämlichen Muggel, aber seinen Vater vor einem Mann in die Knie gehen zu sehen, der von einem kleinen Kind zu einem entkräfteten Wrack gemacht worden war, machte Draco krank. Seit Voldemorts Rückkehr hatte sein Vater von wenig anderem geredet, bei den seltenen Gelegenheiten, zu denen er nach Hause kam. Er hatte Draco wieder und wieder erzählt, wie wundervoll alles werden würde, jetzt da der Dunkle Lord wieder an der Macht war.

Der Dunkle Lord - Lucius war nicht einmal in der Lage gewesen, seinen Namen auszusprechen. Draco hatte sich gefragt, wie jemand, der unter seinen eigenen Anhängern solchen Schrecken auslöste, für irgendwen gut sein konnte. Vor seinem geistigen Auge konnte er den entsetzten Ausdruck im Gesicht seines Vaters sehen, als er ihm gesagt hatte, er habe nicht die Absicht, ein Todesser zu werden. Das Entsetzen hatte sich schnell in Wut gewandelt, Lucius hatte ihn in dieser Nacht fast getötet. Draco war einige Tage später nach Hogwarts zurückgekehrt, ohne seinen Vater noch einmal gesehen zu haben. In Gedanken konnte er das blasse Gesicht seines Vaters sehen, das seinem eigenen so ähnlich war, wie es sich ärgerlich verzog.

Draco fühlte sich langsam in den Schlaf hinüberdriften, seine Gedanken noch immer vom Bild seines Vaters durchdrungen, als ein anderes, noch weniger willkommenes Gesicht erschien. Ein zorniges Gesicht, umgeben von einer Wolke aus buschigem, braunen Haar. Draco stöhnte und setzte sich auf.

„Blödes Schlammblut", murmelte er leise vor sich hin.

Draco konnte es nicht fassen, daß Professor Vektor ihm als Partner einen von Potters fröhlichen Handlangern zugeteilt hatte. Er warf einen Blick auf seine Armbanduhr; in ein paar Minuten würde er zum Abendessen gehen und anschließend würde er zur Bibliothek gehen müssen und sie treffen. Er zog eine Grimasse bei dem Gedanken an die bevorstehende Begegnung. Draco überlegte, was Lucius davon halten würde, wenn er herausfände, daß er mit einem Schlammblut zusammenarbeitete. Draco grinste in sich hinein. Lucius würde außer sich sein vor Wut, und das machte es beinahe lohnenswert, mit Granger zu arbeiten.

Die Tür des Schlafsaals krachte auf, und Draco hörte wie sich schwere Schritte seinem Bett näherten.

„Draco, bist du hier?" Draco zog seine Vorhänge zurück und blickte in die stumpfsinnigen Gesichter von Crabbe und Goyle.

„Es ist Zeit fürs Abendessen", teilte ihm Crabbe stolz mit, offensichtlich beeindruckt von seiner Fähigkeit, die Uhrzeit abzulesen.

Draco grub sich durch seinen Stapel von Schulbüchern, bis er das Arithmantikbuch gefunden hatte. Crabbe und Goyle sahen überrascht aus, als er es in seine Tasche gleiten ließ und sie sich über die Schulter schwang. Draco seufzte und sehnte sich wieder einmal nach klügeren Begleitern.

„Ich muß nach dem Essen dieses Schlammblut Granger in der Bibliothek treffen. Wir müssen unsere Arithmantikhausaufgabe zusammen machen." Er sagte es ihnen mit langsamer, gleichförmiger Stimme in der Hoffnung, es ihnen nicht erklären zu müssen.

„Aber warum willst du sowas machen?", fragte Goyle, trotz Dracos stummem Gebet, daß sie tatsächlich in der Lage sein würden, etwas zu verstehen.

„Es ist nicht so, daß ich das geplant hätte, Professor Vektor hat uns als Partner eingeteilt, ich hab keine Wahl. Wir sollten uns jetzt besser beeilen, oder wir verpassen das Essen." Draco wechselte schnell das Thema, er hatte keine große Lust, über Granger zu reden, wenn es sich vermeiden ließ.

Sein Plan funktionierte: Crabbes und Goyles Augen leuchteten auf bei der Erwähnung von Essen und das Trio machte sich auf den Weg vom Schlafsaal zur Großen Halle.

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Draco blieb für einen Moment vor den Türen der Bibliothek stehen. Er studierte die Holztäfelung und ließ seine Augen nach unten wandern, um die großen Steinfliesen zu untersuchen, die den größten Teil des Bodens in Hogwarts bedeckten. Kläglich gestand er sich ein, daß er kein wirkliches Interesse an den Türen zur Bibliothek hatte. Draco verspürte eine Spur Scham; Malfoys wichen nicht aus, besonders dann nicht, wenn es um unerträgliche Schlammblüter ging. Aller Augen in der Bibliothek richteten sich auf ihn, als er die Tür schwungvoller öffnete als er es vorgehabt hatte. Die dicken Holztüren krachten mit einem schallenden Aufschlag an die Steinwände, der ihm einen wütenden Blick von Madame Pince einbrachte.

Draco fand Granger am entgegengesetzten Ende der Bibliothek, versteckt zwischen verschiedenen Regalen. Sie hatte offensichtlich gehofft, er würde sie nicht finden, ihre Verstimmung war ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Er warf ihr einen säuerlichen Blick zu, bevor er sich einen Stuhl von dem kleinen Tisch heranzog und sich setzte.

„Du bist zu spät", sagte sie und senkte den Blick wieder auf die Tabellen, mit denen sie schon angefangen hatte.

„Ich wäre pünktlich gewesen, hättest du nicht so einen abgelegenen Ort für unser Rendezvous ausgesucht", antwortete Draco ruhig. Ein kleines selbstgefälliges Grinsen umspielte seine Mundwinkel.

„Willst du wirklich, daß uns jemand zusammen arbeiten sieht?" zischte sie ihm zu.

„Warum sollte es mich interessieren, was andere Leute denken, du bist das Schlammblut, nicht ich." Draco durchwühlte den ordentlichen Stapel mit Tabellen auf dem Tisch und begann zu arbeiten.

Granger setzte dazu an, etwas zu sagen, schien sich aber eines Besseren zu besinnen und kehrte wieder zu der Tabelle zurück, an der sie gearbeitet hatte. Eine ganze Weile herrschte Stille, und Draco versank bald in der Tabelle. Arithmantik war ihm immer leichtgefallen, die langen Tabellen und Schriftrollen mit Nummern zu verstehen, hatte für ihn immer etwas seltsam Beruhigendes gehabt. Er glaubte, es war die Ordnung, die sie repräsentierten, die er mochte. So vieles in der magischen Welt war vom Zufall und von sonderbaren Begebenheiten bestimmt, aber Arithmantik hatte Regeln und Struktur. Er beendete die Tabelle, und ein triumphierendes Lächeln huschte über sein Gesicht. Es hatte ihn immer befriedigt, daß er so gut in etwas war, das die meisten Leute so schwierig fanden. Er blickte von seiner Tabelle auf, und graue Augen trafen braune. Granger saß ihm immer noch gegenüber, die andere Arithmantiktabelle lag fertig vor ihr. Granger hatte die Arme überkreuzt und beobachtete ihn, studierte ihn.

„Ich weiß, daß ich umwerfend gut aussehe, aber weißt du mit deiner Zeit nichts Besseres anzufangen?" Das Lächeln verschwand von seinem Gesicht, als er sie wütend anstarrte, ärgerlich, daß sie ihn beobachtet hatte, überrascht, daß er es nicht bemerkt hatte und ziemlich sauer, daß sie mit ihrer Tabelle zuerst fertig war.

„Warst du schon immer so eingebildet? Geht das ganz von selbst oder mußt du daran tatsächlich arbeiten?" Ihre braunen Augen hatten sich noch immer nicht von seinen abgewandt, und langsam machte ihn ihr Blick nervös.

„Eigentlich bin ich ein richtiger Gentleman, wenn mir danach ist. Das passiert natürlich sehr selten." Draco lächelte sie hämisch an, er genoß, wie sie unruhig zu werden schien, wenn er lächelte. Es gefiel ihm, daß er die Besserwisserin Granger nervös machen konnte. Draco lächelte sie weiterhin an, jetzt war er derjenige, der den Augenkontakt erzwang. Ihre tiefbraunen Augen weiteten sich, und Draco verspürte ein sonderbares Prickeln in der Magengrube. Er blinzelte überrascht und gab Granger so die Zeit, den Blick abzuwenden.

„Bist du fertig?" fragte sie und griff nach seiner Tabelle. Ihre Stimme klang ein wenig eigenartig, und ihre Hand zitterte leicht, als sie die Tabelle aufnahm.

Lucius hatte Draco beigebracht, Menschen zu beobachten. Er hatte immer behauptet, wenn man wisse, wonach man suchen müsse, würde man niemals ein Wahrheitselixier benötigen. ‚Die meisten Leute können ihre wahren Gefühle und Ängste nicht verheimlichen', hatte er Draco immer gesagt.
Aber als Draco das Mädchen beobachtete, fiel ihm auf, daß er nicht wußte, was sie dachte. Nach einer weiteren kurzen Pause begann er, ihre Tabelle zu überprüfen, er suchte nach einem Fehler, betete um einen kleinen Fehler. Es war aber keiner da, also gab er ihr ihre Tabelle unkorrigiert zurück und war nicht überrascht, als er seine Tabelle ebenso zurückerhielt.

„Gratuliere, du hast nicht versagt, Granger", sagte er.

„Ach, halt die Klappe, Malfoy", gab sie zurück, als sie ihr Arithmantikbuch zurück in ihre Tasche schob. „Wir werden von jetzt an zusammenarbeiten, du könntest versuchen, ein kleines bißchen weniger widerlich zu sein."

„Du könntest versuchen, deine Haare zu bürsten, aber das wird sowieso nichts werden." Selbstzufrieden begann er, seine Sachen einzupacken.

„Ach, spring von einer Klippe, Malfoy", schnauzte Granger ihn an, während sie mit dem Verschluß ihrer Tasche kämpfte.

Ohne nachzudenken reichte Draco über den Tisch, bog den Riemen zur einen Seite und ließ ihn zuschnappen. Granger starrte ihn überrascht an. Draco war selbst ziemlich überrascht. Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und ging.

Draco ging durch die großen Bibliothekstüren hinaus und fand Crabbe und Goyle an der gegenüberliegenden Wand lehnend. Sie waren damit beschäftigt gewesen, nach einer Gruppe von Erstkläßlern zu schielen, die nervös vorbeizogen, aber als sie Draco bemerkten, wandten sie ihre Aufmerksamkeit ihm zu.

„Was macht ihr zwei hier?" fragte er sie.

„Äh, wir sind gekommen um dich zu suchen", meinte Crabbe.

„Ja, offensichtlich, ich bin überrascht, daß ihr überhaupt wußtet, wo die Bibliothek ist, aber was wollt ihr?", fragte Draco.

„Ich hab von einem Siebtkläßler gehört, daß der Wildhüter heute eine große Kiste gekriegt hat. Die wurde auch noch von einem Haufen Zauberer gebracht. Er hat in Kräuterkunde gesehen, wie sie sie um den See getragen haben." Goyle war um einiges aufschlußreicher als gewöhnlich.

„Wir dachten, daß es lustig wär, rauszuschleichen und nachzusehen, was in der Kiste drin ist, meinst du nicht, daß das lustig wär, Draco?", fragte Crabbe.

„Ja, ich finde tatsächlich, daß das sehr lustig werden könnte." Draco spürte jemandes Augen auf sich und wandte sich um. Granger beobachtete sie vom Türrahmen aus. Er fragte sich, wieviel sie gehört hatte. Crabbe und Goyle brauchten etwas länger, bis sie sie bemerkten, aber als sie es taten, bewegten sie sich drohend auf sie zu. Granger drehte sich nur um und ging hoch erhobenen Hauptes davon.